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Preisverleihung 2019
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Freudenthal-Preisverleihung 2019

63. Freudenthal-Preis wurde am 01. Oktober auf dem Walsroder Museumshof Rischmannshoff übergeben

Protagonist blickt mutig der Wahrheit ins Gesicht


Freudenthalpreis auf dem Walsroder Rischmannshoff übergeben (von Links): Dr. Heinrich Kröger, Jörg Schoechert, Ursula Beecken, Tonko Ufkes und Werner Salomon.
Foto: hr  


Walsrode. In einer Feierstunde überreichte die Freudenthal-Gesellschaft auf dem Walsroder Museumshof, Rischmannshoff, den 63. Freudenthal-Preis (dotiert mit 2500 Euro) an Tonko Uikes aus Groningen für seine Erzählung "De bonte vliegen-vanger" und den Anerkennungspreis (dotiert mit 500 Euro) an Ursula Beecken aus Celle für ihre vier Gedichte.

Musikalisch einfühlsam begleitete Christoph Scheffler (Hamburg) auf der Gitarre mit Liedern von Klaus Groth. Schon seit vielen Jahren beschäftigt sich Scheffler mit der Vertonung grothscher Gedichte. Größten Wert legt er darauf, dass die in seinen Gedichten innewohnende "Melodie" der Lyrik erhalten bleibt sowie Groths einfache Poesie und eigenständige Sprache.

Dr. Ulrike Möller (Hamburg) fand lebendige Worte über die beeindruckende Erzählung "De bonte vliegenvanger" von Ufkes. Ein Mann (Fotograf) und eine an Brustkrebs erkrankte Frau treffen sich zufällig am Strand. Sie zieht ihn ins Wasser und in ihr Schicksal, erzählt ihm von der amputierten Brust, lässt seine Hand die Narbe spüren und berichtet, dass noch eine zweite Amputation ansteht. Von dem ehemaligen Tattoo sei nur noch ein Blumenstiel übrig. Er hat keine Berührungsängste, sondern "geht" mit dieser Frau ihren Weg.

Tabuthema ohne Gefühlsduselei geschildert

Ufkes schildert dieses Tabu-Thema, dem viele Menschen ausweichen, nicht rührselig, peinlich oder gefühlsduselig. Er nennt es beim Namen und ermutigt viele, nicht die Augen zu verschließen, sondern offen und gefühlvoll damit umzugehen, die Betroffenen nicht allein zu lassen, mutig der Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Diese Geschichte endet hoffnungsvoll und weist in die Zukunft, mit Mut, Hoffnung, Glück und Liebe für einen Neuanfang frei von Vorurteilen. Mit dieser Erzählung setzte Ufkes eine Bewegung in Gang, unerschrocken, mutig, zuversichtlich und selbstverständlich mit dieser Krankheit und mit den Menschen umzugehen, auf sie zuzugehen und anderen Mut zu machen, es ihm gleich zu tun. Es ist berührend, wie lebensnah, poetisch und schnörkellos Ufkes diese Geschichte niederschrieb. Die Laudatio zum Anerkennungspreis und der vier Gedichte Ursula Beeckens schrieb das Jurymitglied Robert Langhanke - er konnte nicht kommen, Dr. Heinrich Kröger verlas sie. Langhanke betonte, dass die "Autorin Beecken eine Lyrik von großer Kraft und starker sprachlicher Gewalt bot. Sie wog ihre Wörter ab und wählte sie gut aus. Ihre ausgewählten Themen und Bilder waren klar und eindeutig und erzielten eine besondere Wirkung. Themen wie Liebe und Verlust werden bedacht und auch das Dichten selbst. Es gelang der Autorin, zu einer starken sprachlichen Verdichtung zu gelangen. Ein traditionelles Wiegenlied brach mit Erwartungen und bringt den Leser um den Schlaf. Ihre Texte sind eine Neu-entdeckung", meinte Langhanke und hofft auf viele weitere Texte aus ihrer Feder.

Von vielen der eingereichten Arbeiten, Erzählungen und einem Drehbuch hatte eine Jury diese Texte als die Besten empfunden. 18 von ihnen kamen in die engere Auswahl. Die Jury wertete sie zunächst unabhängig voneinander. Erst zum Schluss tauschten sich die Jurymitglieder Dr. Gerrit Appenzeller, Göttingen, Dr. Ulrike Möller, Hamburg, Rainer Schobeß, Toppenstedt, Robert Langhanke, Flensburg, und Annegret Hauschild, Neudorf, der Freudenthal-Preisträgerin 2018 aus, schauten genauer hin und berieten, wer den Preis und die Anerkennung verdient, hr








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